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EEG-Einspeiseverguetung 2026: Saetze und Verguetungsmodelle im Ueberblick

MovTel Redaktion · Oktober 2026 · 15 Minuten Lesezeit
Schaubild zur EEG-Einspeiseverguetung mit Solar- und Windanlagen als Beispiel erneuerbarer Energien

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, ist das zentrale Gesetz, das den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland seit zwei Jahrzehnten traegt. Kernstueck ist die Einspeiseverguetung: Betreiber von Solar-, Wind- oder Bioanlagen erhalten fuer den ins Netz eingespeisten Strom eine feste Verguetung ueber meist 20 Jahre. Im Jahr 2026 stehen die Verguetungssaetze unter Druck, weil der Zubau schnell geht und die Degression greift. Wer eine Anlage plant, muss genau verstehen, welcher Satz gilt, wie die monatliche Degression wirkt und welche Verguetungsmodelle es abseits der reinen Einspeisung gibt. Dieser Ratgeber ordnet die aktuellen Zahlen fuer 2026: die Saetze je Anlagenklasse, die kuernzende Wirkung der Degression und die Modelle der Direktvermarktung sowie des Eigenverbrauchs. Ziel ist ein nuechterner Ueberblick, mit dem Sie Angebote und Prognosen realistisch einschaetzen koennen.

Wie die Einspeiseverguetung funktioniert

Die EEG-Einspeiseverguetung ist eine feste Zahlung je eingespeister Kilowattstunde, die der Netzbetreiber ueber 20 Jahre leistet. Sie wird ueber die Umlage finanziert, die auf dem Strompreis liegt, weshalb das EEG die Energiewende fuer Verbraucher spuerbar macht. Fuer Photovoltaik gilt der Satz, der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme aktuell war, fuer die vollen 20 Jahre. Das gibt Planungssicherheit, weil der Wert waehrend der Laufzeit nicht sinkt, auch wenn neue Anlagen weniger erhalten.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen garantiert vergueteter Einspeisung und Eigenverbrauch. Bis 30 Kilowattpeak duerfen Anlagenbetreiber den Strom vollstaendig selbst verbrauchen, muessen dann aber auf einen Teil der Verguetung verzichten. Darueber hinaus greifen andere Regeln. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Grundprinzipien der Verguetung je Anlagenart.

AnlagenartVerguetungsmodellLaufzeitFinanzierung
Photovoltaikfester Satz je kWh20 Jahreueber EEG-Umlage
Wind an Landfixer oder gleitender Satz20 Jahreueber EEG-Umlage
BioenergieTaraifsystem nach Leistung20 Jahreueber EEG-Umlage
WaesserkaftSonderregelung klein20 Jahreueber EEG-Umlage
Die Verguetung ist keine Subvention aus Steuermitteln, sondern wird ueber die EEG-Umlage auf dem Strompreis finanziert. Wer Strom bezieht, traegt damit zum Ausbau bei. Das ist ein haeufiges Missverstaendnis im oeffentlichen Diskurs.

Aktuelle Saetze fuer Photovoltaik 2026

Fuer Photovoltaikanlagen gilt 2026 eine gestaffelte Verguetung je nach Groesse. Kleine Anlagen bis 10 Kilowattpeak erhalten den hoechsten Satz, groessere Anlagen etwas weniger, weil sie wirtschaftlicher skalieren. Der Satz fuer Anlagen bis 10 Kilowattpeak lag Anfang 2026 im Bereich von etwa 7,5 bis 8,5 Cent je Kilowattstunde. Anlagen zwischen 10 und 40 Kilowattpeak erhielten rund 6,5 bis 7,5 Cent, und gewerbliche Anlagen ueber 40 Kilowattpeak etwa 5,5 bis 6,5 Cent je Kilowattstunde.

Diese Werte gelten als Richtwerte, da die exakten Saetze zum Jahresbeginn bekannt gemacht werden und monatlich leicht sinken. Wer spaet im Jahr 2026 inbetriebnimmt, erhaelt etwas weniger als ein Betreiber im Januar. Die Tabelle zeigt die Groessenstaffelung und die ungefaehren Saetze zu Jahresbeginn.

AnlagengroesseVerguetung Anfang 2026 ca.Verguetung spaet 2026 ca.monatliche Kuerzung
bis 10 kWp7,5 bis 8,5 ct/kWh7,2 bis 8,1 ct/kWhetwa 0,3 bis 0,5 Prozent
10 bis 40 kWp6,5 bis 7,5 ct/kWh6,2 bis 7,2 ct/kWhetwa 0,3 bis 0,5 Prozent
40 bis 100 kWp5,8 bis 6,5 ct/kWh5,5 bis 6,2 ct/kWhetwa 0,3 bis 0,5 Prozent
ueber 100 kWp5,2 bis 6,0 ct/kWh5,0 bis 5,8 ct/kWhetwa 0,3 bis 0,5 Prozent
Der Satz wird einmalig bei Inbetriebnahme festgeschrieben und gilt 20 Jahre. Wer also im Januar 2026 inbetriebnimmt, behaelt den hoeheren Januar-Wert, waehrend ein Betreiber im Dezember mit dem niedrigeren Dezember-Wert planen muss.

Die monatliche Degression

Die Degression ist der mechanische monatliche Abbau der Verguetung, um Anreize zur Kostensenkung zu setzen. Wenn der Zubau eines Monats einen Schwellenwert uebersteigt, erhoeht sich die Degressionsrate, die Saetze sinken also staerker. In ruhigen Monaten bleibt es bei der Basisdegression von etwa 0,3 bis 0,5 Prozent. Das System soll verhindern, dass die Verguetung schneller steigt als noetig, und bremst Ueberfoerderung.

Fuer Planer bedeutet das: Je frueher im Jahr die Anlage ans Netz geht, desto guenstiger der Satz. Wer unsicher ist, wann genau inbetriebenommen wird, sollte mit dem Dezember-Wert kalkulieren, um pessimistisch zu planen. Die Degression wirkt nur nach unten, nie nach oben, weshalb ein spaterer Start nie zu einem hoeheren Satz fuehrt. Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel fuer die Wirkung ueber ein Jahr.

Monat der Inbetriebnahmerelative SaetzbasisBeispiel je kWh ca.
Januar100 Prozent8,0 ct/kWh
Apriletwa 99 Prozent7,9 ct/kWh
Julietwa 98 Prozent7,8 ct/kWh
Oktoberetwa 97 Prozent7,8 ct/kWh
Dezemberetwa 96 Prozent7,7 ct/kWh

Direktvermarktung und sonstige Modelle

Ab einer Leistung von 25 Kilowattpeak sind Betreiber verpflichtet, ihren Strom direkt zu vermarkten, also ueber eine Haendler an der Boerse oder an Stromhaendler zu verkaufen. Dafuer gibt es eine Marktpraemie, die die Differenz zwischen Boersepreis und festem EEG-Satz ausgleicht. Kleine Anlagen unter 25 Kilowattpeak duerfen weiterhin den festen Satz waehlen, was fuer die meisten Privatleute gilt.

Neben der Direktvermarktung gibt es den Eigenverbrauch, bei dem der erzeugte Strom im Haushalt genutzt wird. Bis 30 Kilowattpeak ist der Eigenverbrauch verguetungsfrei, sofern die Anlage angemeldet ist. Darueber hinaus koennen Betreiber Mieterstrommodelle nutzen, bei denen der Strom an Hausbewohner verkauft wird. Das lohnt sich besonders in Mehrfamilienhaeusern mit hohem gemeinsamen Verbrauch.

Die Grenze von 25 Kilowattpeak fuer die Direktvermarktungspflicht ist ein wichtiger Planungswert. Wer knapp darunter bleibt, spart sich die Haendler-Vertragsverwaltung und behaelt den festen Satz. Wer darueber liegt, sollte frueh einen Direktvermarkter waehlen.

Wind und Bioenergie im Vergleich

Windanlagen an Land erhalten 2026 eine Verguetung, die je nach Standort und Referenzertrag gestaffelt ist. Der Anfangssatz lag in etwa bei 6 bis 8 Cent je Kilowattstunde, wobei guenstige Staetten mehr erhalten. Bioenergie wird ueber ein Taraifsystem gefoerdert, das Leistungsklassen und Brennstoffe unterscheidet. Beide Technologien underliegen eigenen Ausschreibungsregeln, ueber die die Menge der zu foerdernden Leistung gesteuert wird.

Im Vergleich zur Photovoltaik sind Wind und Bio staerker von Ausschreibungen abhaengig, bei denen sich Projekte einen Zuschlag sichern muessen. Das macht die Planung komplexer, da nicht jede Anlage automatisch verguetet wird. Die Tabelle zeigt die grobe Einordnung der Saetze 2026 je Technologie.

TechnologieVerguetung ca.BesonderheitLaufzeit
Wind an Land6 bis 8 ct/kWhStandortabhaengig, Ausschreibung20 Jahre
Wind auf Seeueber 20 Jahre gesicherthohe Anfangsinvestition20 Jahre
Bioenergie klein12 bis 18 ct/kWhTaraif nach Brennstoff20 Jahre
Biomasse gross8 bis 12 ct/kWhAusschreibung ab groesser20 Jahre

Was sich 2027 aendern koennte

Die Politik prueft laufend Anpassungen am EEG, um den Ausbau an die Klimaziele anzupassen. Fuer 2027 wird diskutiert, die Degressionsschwellen zu verschieben und die Eigenverbrauchsregeln zu schaerfen, damit mehr Strom direkt genutzt statt eingespeist wird. Auch die Rolle der Speicher wird staerker gewichtet, damit eingespeister Ueberschuss besser genutzt wird.

Wer 2026 plant, sollte Annahmen eher konservativ treffen, da kuenftige Saetze tendenziell niedriger ausfallen. Ein Blick in den aktuellen Gesetzentwurf lohnt sich vor allem fuer gewerbliche Betreiber, deren Projekte ueber mehrere Jahre laufen. Privatleute mit kleiner Anlage sind von den meisten Aenderungen weniger betroffen, da ihr Satz ueber 20 Jahre festgeschrieben bleibt.

Gesetzliche Aenderungen wirken meist verzoegert und treffen bestehende Anlagen nicht rueckwirkend. Wer einmal inbetriebnimmt, behaelt seinen Satz. Unsicherheit betrifft vor allem kuenftige Neuantraege, nicht laufende Anlagen.

Praktische Beispielrechnung fuer einen Betreiber

Um die Verguetung greifbar zu machen, hilft ein durchgerechnetes Beispiel. Eine Anlage mit acht Kilowattpeak erzeugt in Deutschland etwa 7.600 bis 8.400 Kilowattstunden im Jahr. Der Betreiber verbraucht 35 Prozent direkt und speist 65 Prozent ein. Bei einem Verguetungssatz von 7,5 Cent je Kilowattstunde erhaelt er fuer die Einspeisung rund 390 bis 410 € im Jahr. Der Eigenverbrauch ersetzt Bezugsstrom von 35 Cent, was etwa 920 bis 1.020 € Ersparnis bringt. Zusammen sind das etwa 1.300 bis 1.430 € jaehrlich.

Die Investition fuer acht Kilowattpeak lag 2026 bei etwa 9.000 bis 12.000 € ohne Speicher. Die Amortisation ueber die reine Einspeisung waere damit sehr lang, weshalb der Eigenverbrauch die entscheidende Groesse ist. Mit einem Speicher von fuenf Kilowattstunden steigt der Eigenverbrauch auf 60 Prozent, die Ersparnis auf 1.600 bis 1.800 €, und die Amortisation verkuerzt sich auf 10 bis 13 Jahre.

Diese Rechnung zeigt, warum die Verguetung allein die Anlage nicht traegt. Erst die Kombination aus Eigenverbrauch und Verguetung macht Photovoltaik wirtschaftlich. Wer nur einspeist, haengt stark am Satz und an der Degression, waehrend der Eigenverbraucher unabhaengiger vom Gesetz ist. Die Tabelle fasst die Beispielrechnung zusammen.

GroesseEigenverbrauchErsparnis + VerguetungAmortisation
8 kWp, kein Speicher35 Prozent1.300 bis 1.430 €13 bis 16 Jahre
8 kWp, 5 kWh Speicher60 Prozent1.600 bis 1.800 €10 bis 13 Jahre
8 kWp, 10 kWh Speicher70 Prozent1.750 bis 1.950 €10 bis 12 Jahre

Wichtig bei der Rechnung ist die Annahme zum Strompreis. Steigt der Bezugspreis auf 40 Cent, waechst die Ersparnis durch Eigenverbrauch auf ueber 1.100 € allein aus dem Direktverbrauch. Wer pessimistisch plant, sollte eher mit 35 Cent rechnen, um Enttaeuschungen zu vermeiden. Die Spanne zeigt, wie sensibel die Rechnung auf den Bezugspreis reagiert.

Ein weiterer Hebel ist die Erhoehung des Eigenverbrauchs durch Lastverschiebung. Wer die Waschmaschine, den Trockner oder das Elektroauto mittags betreibt, wenn die Sonne scheint, hebt den Direktverbrauch ohne zusaetzlichen Speicher. Smart-Steckdosen und Zeitschaltungen sind guenstige Hilfsmittel, um diesen Effekt zu nutzen, bevor ein teurer Speicher gekauft wird.

Die Beispielrechnung zeigt: Die Einspeiseverguetung ist nur eine Saeule der Wirtschaftlichkeit. Wer den Eigenverbrauch erhoeht, macht sich weitgehend unabhaengig von der Hoehe des gesetzlichen Satzes und schuetzt sich gegen sinkende Verguetung in Zukunft.

Fazit: Verguetung bleibt Planungsgroesse

Die EEG-Einspeiseverguetung ist 2026 nach wie vor ein zentraler Baustein der Wirtschaftlichkeit, auch wenn die Saetze moderat sinken. Fuer Privatanlagen unter 25 Kilowattpeak gilt der feste Satz ueber 20 Jahre, was Planungssicherheit gibt. Wer den Eigenverbrauch erhoeht, macht sich zusaetzlich unabhaengig von der Hoehe der Verguetung.

Wichtig ist der Blick auf die Degression und die Staffelung nach Groesse. Wer frueh im Jahr inbetriebnimmt und die Grenzen klug nutzt, sichert sich bessere Konditionen. Die haeufigen Fragen klaeren, was im Einzelfall gilt, bevor Sie ein Angebot bewerten.

Ein Blick auf die Zahlen lohnt sich besonders fuer Betreiber, die ueber eine gewerbliche Anlage nachdenken. Hier entscheiden Degression und Direktvermarktungspflicht ueber die Wirtschaftlichkeit, waehrend Privathaushalte mit kleiner Anlage vom festen Satz ueber 20 Jahre profitieren. Wer frueh im Jahr inbetriebnimmt, sichert sich zudem die guenstigere Verguetung vor der monatlichen Kuerzung und sollte Foerderungen nutzen.

Haeufige Fragen

Was ist die EEG-Einspeiseverguetung?

Sie ist eine feste Zahlung je eingespeister Kilowattstunde, die der Netzbetreiber ueber 20 Jahre leistet und ueber die EEG-Umlage finanziert wird.

Wie hoch ist der Satz fuer Photovoltaik 2026?

Anlagen bis 10 kWp erhalten etwa 7,5 bis 8,5 Cent je Kilowattstunde, groessere Anlagen etwas weniger. Der Wert wird bei Inbetriebnahme fuer 20 Jahre festgeschrieben.

Was bedeutet die Degression?

Die Degression ist der monatliche Abbau der Saetze um etwa 0,3 bis 0,5 Prozent. Wer spaet im Jahr inbetriebnimmt, erhaelt etwas weniger Verguetung.

Ab wann ist Direktvermarktung Pflicht?

Ab einer Leistung von 25 kWp muessen Betreiber ihren Strom direkt vermarkten. Kleinere Anlagen duerfen den festen Satz waehlen.

Wie wird der Eigenverbrauch behandelt?

Bis 30 kWp ist der Eigenverbrauch verguetungsfrei, sofern die Anlage angemeldet ist. Er ersetzt teuren Bezugsstrom und erhoeht die Wirtschaftlichkeit.

Aendert sich die Verguetung nachtraeglich?

Nein, der bei Inbetriebnahme festgelegte Satz gilt 20 Jahre unveraendert. Gesetzliche Aenderungen treffen nur neue Anlagen, nicht bestehende.

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